Mittwoch, 19.05.2010

Das Tor zum Süden

Die Ruine des Anhalter Bahnhofs, genauer gesagt: das übrig gebliebene Fragment des Bahnhofsportikus, befindet sich unweit des Potsdamer Platzes an der Kreuzberger Stresemannstraße. Der Portikus blieb nach Sprengung der Bahnhofshalle 1959 mehr oder weniger unbeabsichtigt stehen. Er wird heute als Denkmal gehegt und gepflegt.

1880 wurde die imposante Bahnhofshalle durch Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Das kurz "Anhalter" genannte Bauwerk erlangte damals schnell Berühmtheit und wurde im Volksmund auch gern als "Das Tor zum Süden" bezeichnet. Von dem Kopfbahnhof aus verkehrten Züge in Richtung Süden: nach Anhalt, heute Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, nach Österreich-Ungarn, Italien und Frankreich.

Als Erinnerung an die Zeit des einst großartigen Bahnhofs werden neben der Ruine auch Teile des früheren Gleisgeländes und Überreste der Bahnsteige erhalten. Einige Bahnsteigkanten sollen sogar wieder aufgemauert werden.

Die individuelle Spurensuche auf dem Gelände ist sehr interessant, es gibt viel zu entdecken an diesem Ort mit so wechselvoller Vergangenheit. Fotos des damaligen Anhalter Bahnhofs sind in unzähligen Büchern, Ausstellungen und weiteren Dokumentationen zu finden.