Dienstag, 17.11.2009

Europas Gaslicht-Hauptstadt

Noch verrichten rund 44.000 Gaslaternen ihren Dienst auf Berlins Straßen. Damit ist Berlin eindeutig die Gaslicht-Hauptstadt in Europa, denn nirgendwo sonst gibt es ein so großes zusammen hängendes Netz an Gaslaternen.

Begonnen hatte der Siegeszug der Gaslaterne 1826. Die für Berlin typischen Laternen beleuchten seitdem viele Straßen und Plätze abends und nachts mit ihrem schummrigen Licht. Der wohl bekannteste Leuchtentyp, die Aufsatzleuchte, kam in den 1920er Jahren auf. Die Aufsatzleuchte ist mit etwa 30.000 Exemplaren die am weitesten verbreitete Gaslaterne im Stadtgebiet. Sie war von Anfang an 4-flammig und wurde überwiegend auf gusseisernen Bündelpfeilermasten montiert, teilweise auch auf glatten Stahlmasten verschiedener Bauart. In Kreuzberg existieren neben den Aufsatzleuchen noch viele Hängeleuchten, wegen der höheren Position des Lichtpunktes überwiegend an verkehrsreichen Straßen. Die ältesten Gaslaternen, im Volksmund "Schinkel-Laternen" genannt, gehen auf einen Entwurf Schinkels zurück. Man findet sie unter anderem rund um den Kreuzberger Chamissoplatz.

Der Bestand an Gaslaternen wird in den kommenden Jahren deutlich abnehmen, beginnend in den äußeren Bezirken. Hauptgründe sind der gegenüber Stromleuchten höhere Energieverbrauch sowie teurere Unterhaltskosten.