Freitag, 21.08.2009

Finanzamt als Architekturjuwel

Das spektakuläre Bauwerk des Finanzamts Kreuzberg prägt den Mehringdamm zwischen Yorckstraße bzw. Gneisenaustraße und Hallesches Tor. Die mächtige Fassade des dreigeschossigen und lang gestreckten Gebäudes wurde mit Zinnentürmen an den Ecken und in der Mitte des Baus ausgestattet. Paarweise angeordnete Rundbogenfenster kennzeichnen die mit Zementputz verkleidete Fassade. Besonders durch die massiven Türme in neoromanischem Stil erinnert die Architektur des Bauwerks an ein mittelalterliches Kastell.

Zwischen 1850 und 1853 wurde das heute als Finanzamt genutzte Gebäude von den Architekten Wilhelm Drewitz und Ferdinand Fleischinger als Kaserne des königlichen Garde-Dragoner-Regiments errichtet. Die ursprüngliche Nutzung ist vermutlich der Grund, dass die Architektur an eine wehrhafte Festung erinnert. Um 1850 wurden Kasernen auch außerhalb der damaligen Berliner Zoll- und Akzisemauer gebaut. Die Mauer diente der Überwachung des Handels, hatte also keine militärische Bedeutung. Das Hallesche Tor war eines von 18 Zolltoren und markierte eine der südlichen Grenzen des Stadtgebiets.

Das Finanzamt ist seit 1920 in dem früheren Kasernengebäude untergebracht. Es zählt sicher zu den ungewöhnlichsten Finanzämtern in ganz Deutschland.