Mittwoch, 29.10.2008

Mit 85 in den Ruhestand

Jetzt hat er endlich ausgedient - der Flughafen Tempelhof. Am 30. Oktober

gehen für immer die Lichter der Anzeigetafel aus. Als letzte Flugzeuge

starten kurz vor Mitternacht zwei Flugzeug-Oldtimer, eine Junkers Ju-52 und

eine DC 3, besser bekannt als Rosinenbomber. Es endet mit diesem Tag eine

Ära der deutschen Luftfahrtgeschichte.

 

1923 wurde der Flughafen eröffnet. Im ersten Jahr konnten insgesamt 100

Starts und Landungen durchgeführt werden. 1934 waren es bereits fast 60.000

Starts und Landungen. Durch das hohe Verkehrsaufkommen und die stets

steigenden Passagierzahlen wurden Erweiterungen und Neubauten nötig. Das ab

1936 gebaute Flughafengebäude sollte jährlich bis zu sechs Millionen

Passagiere abfertigen können. Mit einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern war

und ist der Bau eines der längsten Gebäude Europas.

 

Relativ unbeschadet überstand der Flughafen den Zweiten Weltkrieg. Die

Amerikaner richteten 1945 den Tempelhof Central Airport ein und nahmen im

gleichen Jahr den Flugbetrieb wieder auf. Weltberühmt wurde Tempelhof durch

die Luftbrücke während der sowjetischen Berlin-Blockade von Juni 1948 bis

Mai 1949.

 

Seine größten Fluggastzahlen hatte der Flughafen Tempelhof in den siebziger

Jahren. 1973 flogen von und nach Tempelhof 4,8 Millionen Passagiere. Das

Ende von Tempelhof wurde seit Jahren Schritt für Schritt eingeleitet - 2007

gab es nur noch rund 350.000 Fluggäste. Tegel bleibt bis zur Eröffnung des

neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International im Oktober 2011 der

wichtigste Airport der Hauptstadt.