Dienstag, 09.08.2011

Revoluzzer, Nachtleben und viele Geschichten

Eine der bekanntesten Straßen Kreuzbergs ist die Oranienstraße. Sie befindet sich mitten in SO 36. Nach dem alten Postzustellbereich 1000 Berlin 36 im Südosten (SO) der Stadt benannt, gilt SO 36 nach wie vor als Keimzelle des jungen und alternativen Berlins, als Adresse für Kultur und Nachtleben, als Symbol für die wilde Seite Berlins in der Mauerzeit.

Die vielen Bars, Clubs, Restaurants, Cafés und Kneipen der Oranienstraße und ihrer Seitenstraßen locken Nacht für Nacht Kiezbewohner, Berliner aus anderen Bezirken und natürlich auswärtige Besucher an. Die Altbauten der Gründerzeit bieten dafür einen geeigneten architektonischen Rahmen.

Seit dem Fall der Mauer hat sich der Charakter der O-Straße verändert. War sie früher bekannt für günstige Mieten, studentisches Leben und Revolte, ist die Oranienstraße heute deutlich schicker und auch teurer geworden.

Neben diesen Eigenschaften ist und war die Oranienstraße auch immer eine Adresse für Geschäfte. Warenhauskönig Georg Wertheim eröffnete hier 1894 sein erstes Warenhaus. Auch das Schuhgeschäft Leiser (mittlerweile zirka 70 Filialen) wurde in der Oranienstraße gegründet.

Der Geist der wechselvollen Vergangenheit ist in dieser Lebensader Kreuzbergs allenthalben zu spüren und hat nichts an Anziehungskraft verloren.