Mittwoch, 30.09.2009

Schinkels Allee zum Denkmal

Das von ihm entworfene Nationaldenkmal auf dem Kreuzberg war noch im Entstehen, als der Baumeister und Stadtplaner Karl Friedrich Schinkel 1818 einen langen geraden Straßenzug als Verbindungsachse von der Stadt zum Berg plante. Schinkel dachte an eine von Bäumen gesäumte Allee durch die damals von Tempelhofer Bauern genutzte Landschaft aus Wiesen und Feldern.

Knapp 30 Jahre nach Schinkels Ideen wurde basierend auf den Plänen des Stadt- und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné ein Bebauungsplan rund um die Stadt umgesetzt. Einige vorhandene Straßen konnten nach Lennés Plänen berücksichtigt werden, andere sollten neu entstehen. Um 1860 entstanden auf dem Reißbrett unter anderem die Großbeerenstraße, die Yorckstraße und die Hagelberger Straße.

Ihre Namen erhielten diese Straßen nach Schlachten und Generälen der Befreiungskriege zwischen 1813 und 1815, denen auch Schinkels Nationaldenkmal gewidmet ist. Die Schlacht bei Großbeeren südlich von Berlin stand am Anfang der Siegesserie gegen Napoleons Armee.

Die heutige Großbeerenstraße wurde im Laufe der Zeit zu einem relativ gehobenen Wohngebiet. Ihr äußerer Anblick wird noch immer von den Gebäudeformen des ausgehenden 19. Jahrhunderts bestimmt. Hier und da finden sich, abgesehen von den Gebäuden, noch Spuren der früheren Periode: Alte Apotheken und Lokale, Remisen und Pferdeställe im Hof. Die Straße als Längsachse zwischen Gleisdreiecksgelände und Mehringdamm ist heute eine typische Kreuzberger Straße mit Läden, Cafés und buntem Treiben.