Freitag, 20.05.2011

Spuren des alten Zeitungsviertels

Einst galt das Berliner Zeitungsviertel als der größte Presseplatz weltweit. Rund um die Kreuzberger Kochstraße waren in der Kaiserzeit und während der Weimarer Republik hunderte Verlage, Redaktionen, Druckereien, Buchbindereien, Schriftgießereien und grafische Betriebe zu Hause.

Heute ist das Zeitungsviertel wieder ein bedeutender Medienstandort. Doch die glanzvollste Geschichte ist Vergangenheit. Auf Rundgängen durch dieses faszinierende Quartier lassen sich viele interessante Spuren entdecken.

Zwischen Friedrichstraße und Wilhelmstraße liegt die Hedemannstraße. Die Adresse galt als Zentrum von Film und Presse. Im Eckgebäude mit der Hausnummer 14 waren unter anderem die Deutsche Filmschau und mehrere Grafikbetriebe Mieter. Die Anzeigenabteilung der Zeitung "Die Rote Fahne" (gegründet von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg) war in der Hedemannstraße 13 untergebracht. Eine Gedenktafel an der Hausnummer 12 erinnert an Walther Rathenau - und damit auch an die Geschichte des Dritten Reiches. Der Reichsaußenminister hatte 1914 die Kriegsrohstoffversorgung begründet, die seit 1915 hier im Haus mit der Nummer 12 arbeitete.

Hinter der historischen Fassade der Adresse Hedemannstraße 11/12 befindet sich heute das Winter´s Hotel. Innen verfügt das Hotel über moderne Hotelarchitektur mit allem Komfort. Das Zeitungsviertel ist im Wandel, seine Vielfalt ist aber nach wie vor beeindruckend groß.