Mittwoch, 27.05.2009

Götterspeise war Anwalts Liebling

Liebling Kreuzberg kann heute gut und gerne als kulturell wertvoll bezeichnet werden. Die TV-Serie aus den 80er und 90er Jahren dokumentiert zeitgenössisch und mit einem Augenzwinkern das Leben in Kreuzberg während dieser Zeit. Insgesamt wurden 58 Folgen produziert. Top-Einschaltquoten von über 45% und mehrfache Auszeichnungen wie der Adolf-Gimme-Preis (1987 Gold, 1988 sowie 1995 Silber) oder der Telestar (1988) belegen den Erfolg der Anwaltserie.

Für diejenigen unter uns, die Liebling Kreuzberg nie gesehen haben, sei kurz gesagt, worum es geht: Die Hauptfigur Robert Liebling ist Rechtsanwalt und Anwaltsnotar und kümmert sich um die Rechtspflege im bunten Bezirk Kreuzberg. Liebling ist ein Anwalt, der nur manchmal gerne Anwalt ist. Das heißt, er nimmt prinzipiell nur Fälle an, die ihn interessieren. Angenehm gegen den Strich gebürstet trägt er mit Vorliebe hässliche, grellbunte 70er-Jahre-Krawatten, Schlapphut und Dreitagebart. Kauzig fährt er Motorrad und raucht Zigarre. Götterspeise gilt als Lieblings Schwäche. So oder so halten seine Sekretärinnen Paula und Senta - stets mit Walkman-Kopfhörern ausgerüstet - immer einen Vorrat für ihn bereit. Liebling ist sehr arbeitsscheu und geht lieber tagsüber an der Spree spazieren oder hält in der Kanzlei ein Nickerchen. Die einzelnen Episoden behandeln meist kleinere Rechtsstreitigkeiten, die den Laien häufig mit unerwarteten Rechtstatbeständen überraschen. Die Arbeitsmethoden des Anwalts sind, wie er selbst, gerne mal etwas barsch. Jedoch werden Alltagsfälle und kleinere Streitigkeiten vor Gericht mit juristischen Tricks und der Hilfe seines Partners, dem konventionellen G. Arnold, meist gewonnen. Im parallelen Handlungsstrang sind Lieblings häufig wechselnde Freundinnen ein tragendes Thema.

Die damals wie heute unterhaltsame Serie der Autoren Jurek Becker und Ulrich Plenzdorf kann man als DVD zum Beispiel bei Amazon kaufen.