Montag, 04.04.2011

Hier lebt der Geist der zwanziger Jahre

Einer der wenigen verbliebenen Berliner Orte mit herausragender künstlerischer Bedeutung aus der Zeit der zwanziger Jahre ist der Meistersaal. Seinen Namen erhielt der Saal kurz nach seiner Fertigstellung vor fast hundert Jahren. Damals wurden in dem Saal Handwerksgesellen nach bestandener Prüfung die Meisterbriefe überreicht.

In den zwanziger Jahren gewann der Meistersaal zunehmend an künstlerischer Bedeutung. Lesungen von Kurt Tucholsky oder die Galerie George Grosz machten diesen Ort in der Köthener Straße in Kreuzberg weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt.

Nach einer wechselvollen Zeit zwischen 1933 und 1961 als Konzertsaal, Kleinkunstbühne und Ballhaus erlebte der Meistersaal mit dem Bau der Mauer eine neue Nutzung als Tonstudio.

Bis 1976 wurden für das Plattenlabel Ariola Schallplattenaufnahmen produziert. Zu den bekanntesten Künstlern zählten Zarah Leander, René Kollo, Peter Alexander, der Komponist Robert Stolz oder der Tenor Rudolf Schock.

Die Hansa Tonstudios nutzten den Saal zwischen 1976 und 1991 und sorgten für eine internationale Bekanntheit des Gebäudes. Superstars wie U2, Iggy Pop, Depeche Mode, Nick Cave, Bon Jovi, Udo Lindenberg oder Die Toten Hosen kamen zu Produktionen in den mittlerweile zum Studio 2 umbenannten Meistersaal.

Heute wird der Saal für Kulturveranstaltungen und als Eventlocation genutzt. Außerdem gibt es noch immer gelegentlich Musikaufnahmen.

www.meistersaal-berlin.de