
Jetzt hat er endlich ausgedient - der Flughafen Tempelhof. Am 30. Oktober
gehen für immer die Lichter der Anzeigetafel aus. Als letzte Flugzeuge
starten kurz vor Mitternacht zwei Flugzeug-Oldtimer, eine Junkers Ju-52 und
eine DC 3, besser bekannt als Rosinenbomber. Es endet mit diesem Tag eine
Ära der deutschen Luftfahrtgeschichte.
1923 wurde der Flughafen eröffnet. Im ersten Jahr konnten insgesamt 100
Starts und Landungen durchgeführt werden. 1934 waren es bereits fast 60.000
Starts und Landungen. Durch das hohe Verkehrsaufkommen und die stets
steigenden Passagierzahlen wurden Erweiterungen und Neubauten nötig. Das ab
1936 gebaute Flughafengebäude sollte jährlich bis zu sechs Millionen
Passagiere abfertigen können. Mit einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern war
und ist der Bau eines der längsten Gebäude Europas.
Relativ unbeschadet überstand der Flughafen den Zweiten Weltkrieg. Die
Amerikaner richteten 1945 den Tempelhof Central Airport ein und nahmen im
gleichen Jahr den Flugbetrieb wieder auf. Weltberühmt wurde Tempelhof durch
die Luftbrücke während der sowjetischen Berlin-Blockade von Juni 1948 bis
Mai 1949.
Seine größten Fluggastzahlen hatte der Flughafen Tempelhof in den siebziger
Jahren. 1973 flogen von und nach Tempelhof 4,8 Millionen Passagiere. Das
Ende von Tempelhof wurde seit Jahren Schritt für Schritt eingeleitet - 2007
gab es nur noch rund 350.000 Fluggäste. Tegel bleibt bis zur Eröffnung des
neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International im Oktober 2011 der
wichtigste Airport der Hauptstadt.