Montag, 19.05.2008

Japanerinnen lieben Berliner Mode

Sie müssen nur erwähnen, dass sie aus Berlin kommen - schon drehen die Modefans in Tokio oder New York durch. Die Rede ist von dem Label "C.neeon". Dahinter stecken die beiden Berliner Designerinnen Clara Leskovar und Doreen Schulz. Ihre Story ist typisch für die derzeitige Modeszene der Hauptstadt: Vor wenigen Jahren noch Studentinnen (ihr Diplom absolvierten sie 2003 an der Kunsthochschule Weißensee), dann nach Abschluss des Studiums unbekannte Nachwuchsdesignerinnen und schließlich der Durchbruch im internationalen Mode-Business durch ihre Teilnahme an europäischen Modefestivals.

C.neeon beliefert mittlerweile 25 Länder. Fast immer spielt der Standort Berlin eine wichtige Rolle bei der Vermarktung. In der Szene wird Clara Leskovar und Doreen Schulz immer wieder ein Umzug nach London oder Paris nahe gelegt. Doch davon wollen die beiden nichts wissen. In Berlin wollen sie bleiben, auch wegen ihres großen und hellen Ateliers in einem zweistöckigen Flachbau Lichtenbergs. In einer anderen europäischen Metropole müssten sie unter beengten Platzverhältnissen arbeiten - und das wollen die beiden auf keinen Fall.

Die Zeichen für einen ganz großen Durchbruch des Labels stehen gut. Vorausgesetzt, dass auch andere Modefans den Mut der jungen Japaner haben. Denn noch sieht man Mode von C.neeon öfter in den Straßen des Stadtviertels Harajuku in Tokio als in den angesagten Bezirken und Stadtteilen deutscher Großstädte.