Montag, 09.01.2012

"Letzter Bahnhof in Berlin-West"

Manche Orte in Berlin erinnern an die frühere Teilung der Stadt und rufen nach wie vor Achselzucken bei Touristen, Museumsbesuchern und auch bei Berlinern hervor. Rund um den Checkpoint Charlie sind vielfältige Spuren der Vergangenheit abzulesen. Allen voran zeigt das Museum Haus am Checkpoint Charlie etliche Exponate aus der Mauerzeit Berlins. Auch die im Jahr 2000 enthüllte originalgetreue Rekonstruktion der ehemaligen Kontrollbaracke und die Freilichtgalerie auf dem historischen Gelände des früheren Grenzübergangs sind Magnete für Besucher.

Weniger deutlich ist mittlerweile der damals im Alltag der Berliner praktizierte Umgang mit der Mauer zu spüren. Beispielsweise die durch die Trennung der Berliner U-Bahn-Teilnetze in Folge des Mauerbaus entstandenen Geisterbahnhöfe, die von Zügen der West-Berliner U-Bahn ohne Halt durchfahren werden durften, verschwanden nach dem Fall der Mauer.

Der Kreuzberger U-Bahnhof Kochstraße war von 1961 bis 1990 der letzte Bahnhof seiner Strecke auf West-Berliner Gebiet. Ab hier mussten die Züge im Transitverkehr Ost-Berliner Gebiet unterqueren und erreichten erst an der Reinickendorfer Straße wieder das Westgebiet. Einzig am Bahnhof Friedrichstraße gab es einen Halt.

Mitte der 1990er-Jahre wurde die Bezeichnung des U-Bahnhofs Kochstraße im Rahmen eines Umbaus um den Begriff Checkpoint Charlie erweitert. Der Bahnhof erhielt dadurch einen würdigen Platz in der wechselvollen Geschichte der Stadt.