Mittwoch, 19.03.2008

Was bedeutet eigentlich „Architektur“?

Kaum ein Begriff wird so kontrovers diskutiert wie „Architektur“. Es gibt keine eindeutige Definition. Gemeint ist im weitesten Sinne die Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum. Über Jahrhunderte hinweg wurde Architektur im allerweitesten Sinne als Bauen jeglicher Art verstanden, als die Gestaltung von Bauwerken oder die Kunst zu bauen.

Das Wort „Architektur“ ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern αρχη [arché] (= „Anfang“, „Ursprung“, „Grundlage“, „das Erste“) und τεχνη [techné] = „Kunst“, „Handwerk“, auch tectum aus dem Lateinischen – „Gebäude“. Es ließe sich daher wörtlich mit „Erstes Handwerk“ oder „Erste Kunst“ übersetzen.

Die Definition dessen, was gute Architektur heute ist, hängt maßgeblich vom Betätigungsfeld des Architekten ab. Berühmte Architekten sehen die Architektur eines Gebäudes niemals völlig isoliert. Vielmehr beziehen sie die Charakteristika des Ortes, die Anforderungen und Bedürfnisse der Menschen, Funktionalitäten, Materialien und viele weitere Aspekte mit ein.

Der Architekt Stephan Höhne, verantwortlich unter anderem für Brauhofgarten, formuliert seinen Anspruch an Architektur folgendermaßen:

Meine Architekturauffassung bezieht sich losgelöst von gängigen Moden auf den essentiellen Bereich der Architektur. Dabei stehen ein starkes Konzept und ein hoher Anspruch an Klarheit und Materialqualität im Vordergrund. Es geht nicht um das konsequente Verfolgen einer sofort wieder erkennbaren Formensprache, sondern um das Herausarbeiten von individuellen architektonischen Charakteren mit hoher Qualität und in sich schlüssigem Konzept. Jede Bauaufgabe ist ein spezifischer Fall. Es gibt keine Standardlösungen, sondern vielmehr allgemein anwendbare Regeln und Gesetzmäßigkeiten.