Donnerstag, 06.12.2007

An den Hängen des Kreuzbergs – der Viktoriapark

Die Entstehung des Viktoriaparks und die Geschichte des Kreuzbergs sind eng miteinander verknüpft. Zuerst gab es nur den Berg – oder vielmehr den Hügel, doch mit immerhin 66 Metern ist er einer der höchsten natürlichen Erhebungen Berlins.

In den Jahren zwischen 1813 und 1815 kämpfen Schweden, Preußen, Österreich und Russland gegen die französiche Besetzung Preußens durch Napoleon. Zur Erinnerung an den Sieg über Napoleon beauftragt König Friedrich Wilhelm III. den Baumeister Karl Friedrich Schinkel mit der Errichtung eines Nationaldenkmals auf dem Berg. Feierlich enthüllt wird es 1821. Die Spitze des Monuments ziert das Eiserne Kreuz – erstmalig wird es als Militärorden vergeben. Das Kreuz ist auch ausschlaggebend für die neue  Bezeichnung des Hügels – der Kreuzberg.

Fortan ist der Kreuzberg ein Ort, an dem sich die Berliner treffen und erholen. Weiterer Anziehungspunkt ist das Tivoli, das am Rande des Kreuzberges entsteht. Es herrscht ein regelrechtes „Volkstreiben auf dem Kreuzberg“, auch zu sehen auf dem gleichnamigen Bild von Otto Piltz aus dem Jahre 1886. Zu dem Zeitpunkt ist der Kreuzberg immer noch ein karger sandiger Berg. Erst etwa 70 Jahre nach dem Bau des Denkmals wird der Park rund herum angelegt. Im Jahr 1888 werden Friedrich Wilhelm und Victoria von Großbritannien – der Park ist nach ihr benannt – zum Kaiserpaar gekrönt, zugleich wird mit der Gestaltung des Parks begonnen, Hermann Mächtig ist als Stadtgartendirektor damit betraut worden.

Er legt das engmaschige Wegenetz, die felsige Wolfsschlucht mit Quellen, kleine Wasserfälle sowie den großen Wasserfall, der 24 Meter tief in Richtung Großbeerenstraße hinab fließt, an. Die Elemente verleihen dem Park seinen gebirgsähnlichen Charakter. Ganz nach Belieben kann man hier entspannen. Man kann durch den Park spazieren, kann sich auf den großzügigen Wiesen niederlassen oder ein lauschiges Plätzchen auf einer Bank in einem der sich rauf und runter schlängelnden Wege finden.