Donnerstag, 06.12.2007

Vom Tivoli zum Viktoria Quartier

150 Jahre Brautradition am Kreuzberg

Ein Standort mit Tradition – vor 150 Jahren wurde am Kreuzberg das erste Bier gebraut. Die denkmalgeschützte Industriearchitektur ist heute der Rahmen für neues Leben: Wohnen im Brauhausgartenquartier.

Schon lange war der Südhang des Kreuzberges als Ausflugsziel beliebt. Vor den Toren der Groß-stadt gelegen, bot der Berg schon damals ein ein-zigartiges Aussichtspanorama.  Seit 1829 kam nach Pariser Vorbild der Freizeitpark „Tivoli“ hinzu, der über einen eigenen Biergarten verfügte. Bei gutem Wetter traf man sich hier mit „Kind und Kegel“, eben mit der ganzen Familie.

Mit zunehmender Beliebtheit des Vergnügungsgar-tens kam pfiffigen Geschäftsleuten die Idee einer eigenen Brauerei: 1857 wurde an der Methfes-selstraße, die damals Lichterfelder Straße hieß, die „Berliner Braugesellschaft Tivoli“ gegründet. Das Gründungsdatum jährt sich in diesem Jahr zum 150 Mal – obwohl nicht mehr gebraut wird, ein Grund zu feiern.

Die beliebten Biere der Tivoli-Brauerei trugen als unverwechselbares Erkennungszeichen stets das Eiserne Kreuz des Nationaldenkmals auf der Bergspitze im Etikett. Dieses vaterländische Symbol zeichnet der Architekt Karl-Friedrichs Schinkel nach einer Idee des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm III. als Auszeichnung für die Befreiungskriege gegen Napoleon. Nach 1920 gab das Eiserne Kreuz auch dem heute weltberühmten Berliner Szenestadtteil Kreuzberg seinen Namen, weil es die Spitze des Schinkel-Denkmals ziert.
1993 schlossen die Eigentümer die Braustätte am Kreuzberg und zogen sich in die Schultheiß-Zentrale nach Weißensee zurück. Hier ist heute noch die Berliner Niederlassung der zu Dr. Oetker gehörigen Radeberger Gruppe, zu der auch Schultheiß zählt.

Der Grundstein für das Viktoria Quartier wurde 1999 gelegt. Damit begann die Revitalisierung des unter Denkmalschutz stehenden Industrieareals mit dem Umbau des Schmiedehofes.